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Sehr geehrte Damen und Herren des Gesundheitswesens, ich habe mir vor ein paar Wochen die Buchreihe "Operationen kinderleicht" zugelegt und mit Interesse gelesen. Da ja sämtliche Kassen leer sind, und mir irgendwie der Blinddarm juckt wollte ich mal nachfragen welche Formulare ich ausfüllen muss um eine Eigenoperation ausführen zu können?
Das Wissen das ich mir in den letzten Wochen angelesen habe sollte doch für eine lächerliche Blinddarmoperation langen und würde zugleich viel billiger kommen, als wenn sich diverse Fachärzte dieses Problems annehmen. Welche Formulare muss ich ausfüllen damit ich Zuschüsse von Ihnen für die Einwegwerkzeuge bekomme (Rechnung vom Baumarkt hebe ich selbstverständlich auf. Dieses brauchen Sie nicht extra erwähnen denn als angehender Doc. sollte man so etwas schon wissen).
Wie sieht es eigentlich aus falls bei der OP wider Erwartend etwas schief gehen sollte? Ist es dann so wie bei alten TV Geräten und meine Garantie gegenüber der Krankenkasse ist abgelaufen, oder haftet die Kasse dann noch? Ich möchte Sie bitten mir umgehend meine Fragen zu beantworten da ich Angst vor einer Blinddarm-Explosion (Fachbegriff finde ich in meiner Buchreihe derzeit nicht, will mich auch nicht länger mit solchen nebensächlichen Sachen aufhalten) habe.
Der angehende Doc. Lehrdoktor Schlingel PS. Kann ich Schmerzmittel (Wodka, Whisky ...) nach erfolgreicher OP eigentlich auch einreichen oder werden die dann gestrichen? Wäre eigentlich nicht wichtig aber man kann ja mal Fragen. Und gerade fällt mir ein ich muss mich ja auch beim Arbeitgeber krankmelden, wo bekomme ich denn die Krankmeldungen?
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Antwort von der AOK Westfalen-Lippe
Hallo Doc Schlingel,
wirklich lobenswert, dass Sie sich zugunsten des deutschen Gesundheitswesens so ausführlich selbst weiterbilden. Die Frage der Kostenerstattung ist allerdings dennoch nur sehr schwierig zu beantworten. Eine herkömmliche Blinddarmoperation kostet ca. 3.700 DM. Für die von Ihnen erwähnten Einwegwerkzeuge werden Sie im Fachhandel sicherlich ebenfalls eine Menge investieren müssen, da die Geräte ja schon eine gewisse Qualität haben sollten. Ausserdem ist - wie Sie bereits angesprochen haben - das Risiko, dass die Operation fehlschlägt, natürlich recht hoch. Die Frage, ob Ihr Krankenversicherungsschutz dann weiter bestehen bleibt, stellt sich u.E. dann weniger. Eher in welcher Höhe Kosten für den Bestatter anfallen. Diese liegen im allgemeinen bei mehreren Tausend DM.
Alles in allem: Eine Eigenoperation lohnt sich wirklich nicht. Suchen Sie für solche Operationen vielleicht doch lieber ein Krankenhaus auf.
Vielleicht zeigt der Chirurg ja auch noch ein paar wertvolle Handgriffe. ;-)
Viele Grösse Ihre AOK Westfalen-Lippe Die Gesundheitskasse.
Antwort von der IKK (Bundesverband)
Wir haben Ihre Nachricht mit schmunzeln zur Kenntnis genommen. Karneval und die Zeit der Scherze ist doch erst nächstes Jahr wieder angezeigt.
Bei Gesundheitsproblemen empfehlen wir Ihnen den klassischen Weg zu gehen und sich von ausgebildeten und approbierten Ãrzten behandeln zu lassen. Die medizinisch notwendigen Behandlungen können dann über Ihre Krankenversicherung auch abgerechnet werden.
Mit freundlichen Grössen Abteilung Marketing Hildegard Eiling
Antwort von der BKK (Bundesverband)
Lieber Lehrdoktor Schlingel,
mit grossem Interesse haben wir Ihr Schreiben gelesen. Die Idee ist wirklich klasse. Leider gibt es selbst im GKV-System kein Formular für dieses Anliegen. Sollte sich das ändern, sind Sie der Allererste, der ein Formular bekommt.
Herzliche Grösse aus Essen sendet Ihnen BKK Bundesverband Abt. Marketing und Betriebsservice
Sandra Klein
Antwort von der AOK Niedersachsen
Also, bester Lehrdoktore Schlingel: Als erstes: Universaltestament schreiben zugunsten des Bankkontos 11122200 bei VB Musterstadt, Sachwerte direkt zu meinen Gunsten. Dann Werkzeug von Eisen-Karl (oder von OBI) holen, als da wären: Stichsäge, Meissel für evtl. im Wege befindliche Knochen, Vorschlaghammer für die Autoanästhesie und ein Paket Hansaplast. Als Schere zur Abnabelung des Blinddarms reicht das Ding zum Milchtüten aufschneiden. Dann kann`s auch schon losgehen. Es geht so, wie man`s sich denkt: Stichsäge im spitzen Winkel an eine Seite des Bauchraum eintauchen und dann in die andere Richtung quasi parallel zur gedachten Linie zwischen den Brustwarzen schneiden. Um das dabei in seltenen Fällen austretende Blut nicht weiter kümmern, das würde jetzt nur den Ablauf der OP stören. Danach Hautlappen ober- und unterhalb des Schnitts nacheinander anheben und schauen, ob da irgendwas zu sehen ist, das aussieht wie ein nutzloser Wurmfortsatz. Das Ganze natürlich vor dem Garderobenspiegel, da Sie sonst nicht erkennen können, was der Hautlappen oberhalb des Schnitts so hergibt. Den Wurm dann mit der linken packen (Vorsicht, er könnte zucken !), mit aller zur Verfügung stehenden Gewalt erst nach unten, dann im 45-Grad-Winkel nach oben ziehen. Damit hat er nicht gerechnet. Durch diesen überraschenden Überraschungseffekt dürfte es dann kein Problem sein, den Peiniger mittels der Milchschere (dann in der rechten befindlich) endgültig vom Parasitentum zu befreien und ihn gleich darauf dem Ortsvereinsvorsitzenden des DRK zukommen zu lassen (zwecks Blut- oder Organspende). Nicht vergessen, sofort die örtliche und überregionale Presse von Ihrem Spendergrossmut zu berichten (aber gleichzeitig dem DRK 1500 Euro Minimum in Rechnung stellen). Alsdann nehmen Sie einfach von den zur Kunststoffmüllentsorgung vorgesehenen Plastikbeuteln die oben angebrachten Bindeschnüre. Die halten recht gut, sind günstig und vermodern nicht so schnell, sodass es womöglich noch zu einer erneuten Öffnung der Öffnung kommen könnte. Diese Schnüre dann mittels zweier Stiche (mit der Schere oder ggf. mit heisser Stricknadel) so anbringen, dass der Schnitt grob verdeckt, auf der anderen Seite aber noch sehr gut sichtbar ist. Das verdammte überschüssige Wasser muss den Bauchraum verlassen dürfen, ansonsten kann es hier in vereinzelten Fällen zu fast bösen Eiterungen kommen. Aber keine Angst. Durch die nur zwei Stiche ist diese Gefahr auf ein nicht mehr zu benennendes Restrisiko reduziert. Dann abwarten und ausheilen lassen. Zur Frage der Haftung brauchen Sie sich wirklich keinen Kopp machen. Wir haften unbegrenzt bis zur Summe von 2100 DM, sofern Sie am 01.01.89 bereits bei uns versichert waren. Betäubungsmittel fallen leider nicht mehr in das Budget der Krankenhäuser und können somit auch nicht mehr bei der häuslichen OP in Ansatz gebracht werden. Alternativ dazu empfiehlt sich die Gabe von lauwarm gebrühtem Melissentee. Das beruhigt die Nerven und fördert den Heilungsprozess.
Ihre AOK Niedersachsen Die Gesundheitskasse.
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