Fotografie und Bildbearbeitung

Susanne Brötzmann

 

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Dieser Text ging an mehrere Krankenkassen und wurde auch beantwortet!!!
Viel Spass beim lesen

Sehr geehrte Damen und Herren des Gesundheitswesens,
ich habe mir vor ein paar Wochen die Buchreihe "Operationen kinderleicht" zugelegt und mit Interesse gelesen. Da ja sämtliche Kassen leer sind, und mir irgendwie der Blinddarm juckt wollte ich mal nachfragen welche Formulare ich ausfüllen muss um eine Eigenoperation ausführen zu können?


Das Wissen das ich mir in den letzten Wochen angelesen habe sollte doch für eine lächerliche Blinddarmoperation langen und würde zugleich viel billiger kommen, als wenn sich diverse Fachärzte dieses Problems annehmen.
Welche Formulare muss ich ausfüllen damit ich Zuschüsse von Ihnen für die Einwegwerkzeuge bekomme (Rechnung vom Baumarkt hebe ich selbstverständlich auf. Dieses brauchen Sie nicht extra erwähnen denn als angehender Doc. sollte man so etwas schon wissen).


Wie sieht es eigentlich aus falls bei der OP wider Erwartend etwas schief gehen sollte? Ist es dann so wie bei alten TV Geräten und meine Garantie gegenüber der Krankenkasse ist abgelaufen, oder haftet die Kasse dann noch?
Ich möchte Sie bitten mir umgehend meine Fragen zu beantworten da ich Angst vor einer Blinddarm-Explosion (Fachbegriff finde ich in meiner Buchreihe derzeit nicht, will mich auch nicht länger mit solchen nebensächlichen Sachen aufhalten) habe.


Der angehende Doc.
Lehrdoktor Schlingel
PS. Kann ich Schmerzmittel (Wodka, Whisky ...) nach erfolgreicher OP eigentlich auch einreichen oder werden die dann gestrichen?
Wäre eigentlich nicht wichtig aber man kann ja mal Fragen.
Und gerade fällt mir ein ich muss mich ja auch beim Arbeitgeber krankmelden, wo bekomme ich denn die Krankmeldungen?

 

Antwort von der AOK Westfalen-Lippe

Hallo Doc Schlingel,

wirklich lobenswert, dass Sie sich zugunsten des deutschen Gesundheitswesens
so ausführlich selbst weiterbilden. Die Frage der Kostenerstattung ist
allerdings dennoch nur sehr schwierig zu beantworten. Eine herkömmliche
Blinddarmoperation kostet ca. 3.700 DM. Für die von Ihnen erwähnten
Einwegwerkzeuge werden Sie im Fachhandel sicherlich ebenfalls eine Menge
investieren müssen, da die Geräte ja schon eine gewisse Qualität haben
sollten. Ausserdem ist - wie Sie bereits angesprochen haben - das Risiko,
dass die Operation fehlschlägt, natürlich recht hoch. Die Frage, ob Ihr
Krankenversicherungsschutz dann weiter bestehen bleibt, stellt sich u.E.
dann weniger. Eher in welcher Höhe Kosten für den Bestatter anfallen. Diese
liegen im allgemeinen bei mehreren Tausend DM.

Alles in allem: Eine Eigenoperation lohnt sich wirklich nicht. Suchen Sie
für solche Operationen vielleicht doch lieber ein Krankenhaus auf.

Vielleicht zeigt der Chirurg ja auch noch ein paar wertvolle Handgriffe. ;-)

Viele Grösse
Ihre AOK Westfalen-Lippe
Die Gesundheitskasse.


Antwort von der IKK (Bundesverband)

Wir haben Ihre Nachricht mit schmunzeln zur Kenntnis genommen.
Karneval und die Zeit der Scherze ist doch erst nächstes Jahr wieder
angezeigt.

Bei Gesundheitsproblemen empfehlen wir Ihnen den klassischen Weg zu gehen
und sich von ausgebildeten und approbierten Ãrzten behandeln zu lassen. Die
medizinisch notwendigen Behandlungen können dann über Ihre
Krankenversicherung auch abgerechnet werden.

Mit freundlichen Grössen
Abteilung Marketing
Hildegard Eiling


Antwort von der BKK (Bundesverband)

Lieber Lehrdoktor Schlingel,

mit grossem Interesse haben wir Ihr Schreiben gelesen. Die Idee ist wirklich
klasse. Leider gibt es selbst im GKV-System kein Formular für dieses
Anliegen. Sollte sich das ändern, sind Sie der Allererste, der ein Formular
bekommt.

Herzliche Grösse aus Essen sendet Ihnen
BKK Bundesverband
Abt. Marketing und Betriebsservice

Sandra Klein


Antwort von der AOK Niedersachsen

Also, bester Lehrdoktore Schlingel:
Als erstes: Universaltestament schreiben zugunsten des Bankkontos 11122200
bei VB Musterstadt, Sachwerte direkt zu meinen Gunsten. Dann Werkzeug von
Eisen-Karl (oder von OBI) holen, als da wären: Stichsäge, Meissel für evtl.
im Wege befindliche Knochen, Vorschlaghammer für die Autoanästhesie und ein
Paket Hansaplast. Als Schere zur Abnabelung des Blinddarms reicht das Ding
zum Milchtüten aufschneiden.
Dann kann`s auch schon losgehen. Es geht so, wie man`s sich denkt: Stichsäge
im spitzen Winkel an eine Seite des Bauchraum eintauchen und dann in die
andere Richtung quasi parallel zur gedachten Linie zwischen den Brustwarzen
schneiden. Um das dabei in seltenen Fällen austretende Blut nicht weiter
kümmern, das würde jetzt nur den Ablauf der OP stören. Danach Hautlappen
ober- und unterhalb des Schnitts nacheinander anheben und schauen, ob da
irgendwas zu sehen ist, das aussieht wie ein nutzloser Wurmfortsatz. Das
Ganze natürlich vor dem Garderobenspiegel, da Sie sonst nicht erkennen
können, was der Hautlappen oberhalb des Schnitts so hergibt. Den Wurm dann
mit der linken packen (Vorsicht, er könnte zucken !), mit aller zur
Verfügung stehenden Gewalt erst nach unten, dann im 45-Grad-Winkel nach oben
ziehen. Damit hat er nicht gerechnet. Durch diesen überraschenden
Überraschungseffekt dürfte es dann kein Problem sein, den Peiniger mittels
der Milchschere (dann in der rechten befindlich) endgültig vom Parasitentum
zu befreien und ihn gleich darauf dem Ortsvereinsvorsitzenden des DRK
zukommen zu lassen (zwecks Blut- oder Organspende). Nicht vergessen, sofort
die örtliche und überregionale Presse von Ihrem Spendergrossmut zu berichten
(aber gleichzeitig dem DRK 1500 Euro Minimum in Rechnung stellen). Alsdann
nehmen Sie einfach von den zur Kunststoffmüllentsorgung vorgesehenen
Plastikbeuteln die oben angebrachten Bindeschnüre. Die halten recht gut,
sind günstig und vermodern nicht so schnell, sodass es womöglich noch zu
einer erneuten Öffnung der Öffnung kommen könnte. Diese Schnüre dann mittels
zweier Stiche (mit der Schere oder ggf. mit heisser Stricknadel) so
anbringen, dass der Schnitt grob verdeckt, auf der anderen Seite aber noch
sehr gut sichtbar ist. Das verdammte überschüssige Wasser muss den Bauchraum
verlassen dürfen, ansonsten kann es hier in vereinzelten Fällen zu fast
bösen Eiterungen kommen. Aber keine Angst. Durch die nur zwei Stiche ist
diese Gefahr auf ein nicht mehr zu benennendes Restrisiko reduziert. Dann
abwarten und ausheilen lassen.
Zur Frage der Haftung brauchen Sie sich wirklich keinen Kopp machen. Wir
haften unbegrenzt bis zur Summe von 2100 DM, sofern Sie am 01.01.89 bereits
bei uns versichert waren. Betäubungsmittel fallen leider nicht mehr in das
Budget der Krankenhäuser und können somit auch nicht mehr bei der häuslichen
OP in Ansatz gebracht werden. Alternativ dazu empfiehlt sich die Gabe von
lauwarm gebrühtem Melissentee. Das beruhigt die Nerven und fördert den
Heilungsprozess.

Ihre AOK Niedersachsen
Die Gesundheitskasse.